Consumer needs

April 17, 2011

Notwendige Bedürfnisse – die eine Seite.

Wenn ich mich durch die Blogwelt lese, das Youtube-TV einschalte, oder über meine Tagesplanung nachdenke, dann frage ich mich schon oft, ob das alles wirklich nötig und richtig ist. Wir leben in einer Gesellschaft, in der es ’nicht‘ normal, wenn man nicht Minimum ein mal in der Woche dem Shoppingwahn verfällt und sich das neueste Kleidungsstück, das angesagteste Accessoires oder den Topcoat der jetzt ein kartiertes Muster hinterlässt, zulegt.

In der es hingegen normal ist, wenn man nicht nur zwei normale weiße Ts besitzt, sondern mindestens 8 ‚verschiedene‘ weiße Oberteile: mit Rüschen am Ärmel, mit Spitze am Kragen, mit V-Ausschnitt, mit V-Ausschnitt und I (herz) NY auf der Brust, mit Pailletten am Kragen bestickt,  mit Pailletten besetzter I (herz) NY Aufschrift, als Tanktop und als Tanktop mit I (herz) NY. Kann das richtig sein? Natürlich, die sind doch alle unterschiedlich.Sie haben alle unterschiedliche Eigenschaften und sind für unterschiedliche Anlässe gedacht. Ähnlich verhält es sich mit dem durchschnittlichen Düsseldorfer Fuhrpark: einen BMW M6 für die Arbeit, einen Audi A1 für die Stadt, einen Audi A6 für den Einkauf und einen Wiesmann für die Spritztour am Wochenende – nicht zu vergessen den MiniCooper fürs Töchterchen. Für jede Gelegenheit das passende Gefährt.

Jetzt sagt man sich natürlich. dieser Vergleich ist ja total übertrieben! Natürlich liegen zwischen einem 18 Oberteil von Gina Trikot und einem M6 um die Kollegen zu beeindrucken ein Preisunterschied von mehreren Tausend Euro. Die Notwendigkeit ist allerdings die Gleiche – es gibt keine.

Dennoch ist fact, dass bei üblichen Fragen zu Hobbies Shopping als Nummer-1-Aktivität bei den Antworten rangiert. Natürlich brauchen wir alle etwas zum Anziehen, denn so manche Körperausmaße – selbst verantwortet oder nicht – sind ohne Bekleidung alles andere als ein Genuss für die Seele. Und ja als ‚Fashionista‘ möchte sich natürlich auch dem ein oder anderen Trend folgen. Den Punkt an dem es darum ging Kleidung, Kosmetika etc. aufgrund ihrer Nutzbarkeit oder das ein paar Teile aufgrund eines Haben-Muss Trends zu kaufen, ist allerdings lange überschritten.

Genauer betrachtet hat dieser Konsumwahn negative Facetten, die sich jeder mit einem Augenblick Zeit selber erschließen kann. Gehen wir von der deutschen durchschnitts Frau aus.

Eingekauft wir hauptsächlich bei H&M, Gina Tricot, Tango, DM und anderen solcher ‚Marken‘. Da man sich preistechnisch den Shoppingwahn bei Hugo Boss, Max Mara, P&C in dieser Form nicht leisten könnte.

Die Qualität die sich die jungen Damen beim Kauf bei der neuesten Version des Gina-Trikot-Einheit-Shirts für Individuelle zulegen, lässt doch sehr zu wünschen übrig. Würde man das besagte Oberteil denn tatsächlich gebrauchen (tragen waschen trocknen bügeln) – und nicht – aufgrund der sowieso schon vorherrschenden Massen- direkt nach dem Kauf eines neuen Teiles in die hinterste Ecke des Schrankes zu verbannen, dann würde man schnell feststellen, dass das Teil nach den ersten drei Wäschen bereits enorme Gebrauchsspuren erhält.  Wobei man auch bemerken sollte, dass die meisten Kleidungsstücke für die ordinäre Waschmaschine aufgrung ihrer schlechten Stoffqualität sowieso nicht geeignet sind. Und faul wie wir sind, hat man spätestens nach dem dritten Teil auf Handwäsche keine Lust mehr. So dass das Motto „wozu waschen, wenn man’s neu kaufen kann?“ eine ganz neue Betrachtungsweise eröffnet.

Aber klar ist auch, dass diese ‚Qualität‘ zu diesem Preis, nicht gerechtfertig werden kann. Meiner Meinung nach sind die meisten Produkte aufgrund ihrer ‚Qualität‘ wirklich überteuert. Achtung! jetzt kommt der Zeigefinger: „Ja aber die Arbeiter müssen doch auch von irgendetwas leben!“ Ja das müssen sie, aber profitieren sie wirklich den Endpreisen? Lassen wir dies hier einfach mal so stehen, eine Diskussion – ohne entsprechendes Hintergrundwissen und tatsächlichen Fakten – zu diesem Thema, sprengt definitiv den Rahmen eines jeden Blogartikels.

Die ‚Mode‘ die in jeder Saison ’neu‘ propagiert wird, ist letztendlich doch auch nur ein alter Hut, dem eventuell eine Krempe gestaltet oder Feder angehängt wurde. Würde man jedoch in das ein oder andere Teil ein bisschen mehr Geld investieren oder sagen wir zumindest ein bisschen Recherche zur Qualität anstellen, könnte dieses Stück durchaus eine Jahrzehnt überdauern und würde anschließend als wahrer Klassiker gelten.

Ich schließe mich nicht aus, und ertappe mich auch heute noch immer, wie ich darüber nachdenke, welches It-Piece in meiner Sammlung noch fehlt. Wenn man aber ein bisschen rational über seine Bedürfnisse nachdenkt, so wird schnell klar, dass man im Prinzip doch nur das gleiche Stück in der dritten Version kaufen möchte.

Im Endeffekt legen wir uns die Sachen dann doch zu – um des Kaufen-Willens.

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